| Diamantwerkzeuge im Einsatz
Diamantwerkzeuge werden - wie in
diesem Beitrag an zwei Beispielen gezeigt wird - mit Erfolg ebenso bei
Abbruchmaßnahmen in Industrieanlagen eingesetzt, wie beim Umbau
von Einfamilienhäusern.
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Abbruch eines Schornsteines
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Neben
den an der Sprengung interessierten Firmen und Behördenvertretern
trafen sich zahlreiche Schaulustige und natürlich auch Presse und
Bildmedien am 23. Februar 1994 auf dem Gelände der
BP-Ölraffinerie im Hamburger Hafenbereich, wo nachmittags um 14
Uhr ein 150 Meter hoher Schornstein aus bewehrtem Beton und Mauerwerk
gesprengt werden sollte. Die Sprengung war aber auch das Startzeichen
für den kompletten Abbau der Raffinerie, der 1995 abgeschlossen
sein soll. Bis dahin hofft man, das etwa 100000 Quadratmeter
große Grundstück für die Errichtung eines
Containerhafens durch die Hamburger Hafen und Lagerhaus AG saniert zu
haben. Das Interesse an der Sprengung, die von der Roller
Sprengtechnik, Wuppertal durchgeführt wurde, war auch deshalb so
groß, weil die Ölraffinierie noch in Betrieb war. In der
Nähe lag ein großes Tanklager und in den Leitungen wurde
Öl aber auch Benzin transportiert. Ein Fehler bei der Abwicklung
des vorgeplanten Ablaufes bei der Sprengung hätte die Gefahr von
Explosionen herauf beschworen. Der Schornstein sollte in
Südrichtung fallen; mit einer Abweichung von 13,5 Grad zur
Nord-Süd-Achse. Damit er, wenn er kippt, genau in ein
vorbereitetes Bett aus Erdwällen fällt, war eine genaue
Vorplanung erforderlich. Die Ausführung der für die Sprengung
erforderlichen vorbereiteten Bohr- und Sägearbeiten wurden an die
Fa. J. Draeger & Co, Hamburg vergeben. |
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Einbau von Kippgelenken
Der 150 Meter hohe Kamin bestand aus 135 Meter bewerten Ortbeton und einer etwa 15 Meter hohen aufgemauerten Krone. Um
ein Absacken des Turmes bei der Sprengung zu verhindern und
unkontrolliertes Fallen der Mauerwerkskrone auszuschließen, war
der Einbau von zwei Kippgelenken vorgesehen. Sie sollten um etwa 170
Grad gegenüberliegend in noch einzubringende Öffnungen in die
Schornsteinmauer eingebaut werden. Der Außendurchmesser des
Schornsteins betrug an dieser Stelle etwa 10 Meter. Die Öffnungen
hatten die Abmessungen (L x H) 2185 x 860 Millimeter. Vom Fundament zur
Unterkante betrug der Abstand 1140 Millimeter, zur Oberkante 2000
Millimeter. Die
vorderen vertikalen Schnittkanten reichten, wie aus der Abbildung zu
erkennen ist, 400 Millimeter weit in den in Fallrichtung liegenden
Halbkreis hinein. Schließlich muüten an der Oberkante der
Öffnungen innen und außen Trennschnitte eingebracht werden,
um die Schornsteinwand entgegengesetzt zur Fallrichtung
freizuschneiden. Vor Beginn der Bohr- und Sägearbeiten wurde noch
eine vorhandene Türöffnung bis zu einer Hähe von 1140
Millimeter zubetoniert. Für die Aufnahme des Sprengmittels waren
200 Bohrungen von 40 Millimeter Durchmesser in dem Bereich vor den
Kippgelenken einzubohren. |
Perforieren und Sägen
Die vier 840 Millimeter langen
vertikalen Schnittkanten der beiden öffnungen sollten im
Perforierverfahren mit jeweils fünf Bohrungen von 201 Millimeter
Durchmesser und 400 Millimeter Lnge gebohrt, die horizontalen Schnitte
mit einer Wandsäge ausgeführt werden. Im Herbst 1993 wurden
zunächst vier Prfkerne auf beiden Seiten des Schornsteins an den
inneren vertikalen Schnittkanten der Öffnungen entnommen, um
darauf basierend die Grundlagen für die Statik der Sprengung zu
berechnen. Später wurden auch die restlichen 16 Bohrungen mit
einem Kernbohrgerät gebohrt. Für
das Sägen der horizontalen Schnitte kam eine Cedima-Wandsäge
Typ WS-1202 zum Einsatz. Insbesondere beim Schneiden der Unterkanten
der Öffnungen war eine äußerst exakte
Schnittführung erforderlich, die genau ausnivelliert werden
muüte, weil auf dieser Fläche die Kippgelenke aufgestellt
werden. Gearbeitet wurde in drei Durchgängen mit
Diamantsägeblättern von 800, 1000 und 1200 Millimeter
Durchmesser. Die Schiene von 1400 Millimeter Länge war mit zwei
eindbelten Befestigungsträgern abgestützt. War die
Schnittlänge erreicht, wurde umgesetzt. Anschließend
führte man den oberen Schnitt an der Innenseite von einer
Öffnung zur anderen mit einer Schnittiefe von 120 Millimeter aus.
Die an der Innenseite der Schornsteinwand zwischen den beiden
Öffnungen eingezogenen Bewehrungen wurden so durchgetrennt. In
diesem Stadium mußten die Arbeiten unterbrochen werden, weil in
Hamburg die Herbststürme einsetzten. Erst im Februar 1994 war die
Wetterlage wieder so günstig, daß gesprengt werden konnte.
Am 22. Februar 1994 wurde deshalb der am Außenumfang
erforderliche Schnitt von 150 Millimeter Tiefe für das
Durchtrennen der äußeren Bewehrungen von einer Öffnung
zur anderen gesägt. Die 200 Bohrungen von 40 Millimeter
Durchmesser für die Aufnahme des Sprengmittels waren schon in der
Woche davor gebohrt worden. Die Sprengung war so sorgfältig
geplant und exakt ausgeführt worden, daß Schornstein und
Mauerkrone wie vorausberechnet in das vorbereitete Bett fielen. Bei der
Sprengung wurde die Schornsteinwand so zerstört, daß die
Bruchstücke ohne weitere Schneidarbeiten abgeräumt werden
konnten. |
Bohren und Sägen einer Fensteröffnung
Im Wohnzimmer eines Einfamilienhauses
war es den Bewohnern zu dunkel. Um bessere Sicht zu erhalten und die
Wohnqualität zu steigern wurde der Entschluß gefaßt,
eine weitere Fensteröffnung zu erstellen. Geplant war ein Fenster
mit einem Rundbogen von 1000 Millimeter Durchmesser. Die Mauer bestand
aus Poroton mit außen angesetzten Klinkersteinen. |