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Ausgezeichnet
mit dem
Debit-
Diamant-Award 2000
in
Silber

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gestiftet von der Fa. De-Beers
Sanierung Kirchenfassade in Dahlenburg
Die
Kirche wurde 1903-1906 erbaut. Die Turmhöhe beträgt mehr als
45 Meter. Die Spritzbetonvorsatzschale wurde 1978 aufgetragen, weil man
Bedenken hinsichtlich der Statik hatte. Laut Bauplan sollte dieser
Spritzbeton ca. 6-8 cm dicke, und mit einer einfachen Mattenbewehrung
verstärkt sein. Das Verblendmauerwerk wurde mit Ankern am
Spritzbeton gehalten.
Eine Untersuchung ergab jetzt,
daß die Qualität der Steine nicht mehr den Anforderungen
entsprach. Weiter stellte sich bei diversen Untersuchungen heraus,
daß die Stahlanker zu über 80 % marode waren.
Es bestand die Gefahr, daß bei
einen Sturm die Mauerwerksverblendung abkippen und damit
umstürtzen könnte. So wurde entschieden, das
Verblendmauerwerk und die Spritzbetonplatte komplett ab zu bauen. Ein
weiterer Grund für diese Maßnahme war Karbonisierung und
Rosttreiben ein weiteres Risiko, das man dann gleich mit
ausschließen wollte.
Der ausschlaggebende Grund war wohl
eine fachgerechte und aus historischer Sicht unbedenkliche Sanierung.
Spritzbeton gehört nicht in eine 100 Jahre alte Kirche.
Von
dem Amt für Kunst und Denkmalpflege in Celle erhielt die Fa.
J.Draeger & Co. den Auftrag, die vorgehängte
Spritzbetonfrontfassade zu entfernen. Zunächst war von dem
Auftraggeber geplant, diesen Spritzbeton in einer dicke von ca. 13 cm
mit einer Hochdruckwasserstrahlanlage zu entfernen.
Nach
einigen Beratungsgesprächen mit der Bauleitung des Amtes für
Kunst und Denkmalpflege wurde die Problematik "Hochdruckwasserstrahlen
an diesem Objekt" erörtert und von der Fa. J.Draeger & Co.
Hamburg das Diamantseilsägeverfahren vorgeschlagen.
Hochdruchwasserstrahlen wäre an diesem Gebude nicht möglich
gewesen. Nach dem Durchstrahlen der Spritzbetonplatte wäre das
Mauerwerk hinter der Platte so durchlöchert, daß die 60 cm
dicke Mauerwerkswand zerstört worden wäre.
Die
abzutrennende Fassadenfläche ca. 120 m und ca. 13 cm dick wies ein
Gesamtgewicht von ca. 40 Tonnen auf. Die Spritzbetonplatte, die
zusätzlich mit Stahlankern an der dahinter liegenden
Mauerwerkswand verankert war, erstreckte sich von ca. 3,0 m Höhe,
dem Portaleingang, bis zu einer Höhe von etwa 27,0 m, direkt
unterhalb des Glockenturmes.
Alle Arbeiten konnten nur von einem
Gerüst mit einer Tragkraft von 200 Kg/m durchgeführt werden.
So ist die Frontfassade in 3 vertikale Segmente eingeteilt worden, und
mit der Diamantwandsäge ca. 13- 14 cm tief vertikal eingeschnitten
worden. Die benötigte Nut, ca. 2 cm breit, um das Diamantseil
einzulegen, wurde durch einen weiteren vertikalen Schnitt, in 2 cm
Abstand von dem ersten parallel ausgeführt. Durch herausstemmen
des 2 cm breiten Steges wurde die Nut zum einlegen des Seiles
hergestellt.
Eingelassene
Seilrolle, auch vorhandene Öffnungen in der Spritzbetonplatte
wurden benüzt Die horizontalen Trennungsschnitte wurden so
angelegt, daß das Gewicht der Einzelsegmente eine Tonne nicht
überstieg. Nach Fertigstellung des Teilungsrasters sind an den
vertikalen Schlitzen Kernbohrungen 250 mm Durchmesser, h= 14 cm mit
einem Anstand von 2-3 m zu einander eingebracht worden. Nach dem
ausbrechen der Kerne wurden in diese Vertiefungen Seilrollen montiert.
Als
Schneidmaschine kam der Seilspeicherautomat CAS 1000 und ein
Hydraulikaggregat HAG 322 mit 22 Kw der Fa. Cedima zum Einsatz. Als
Schneidwerkzeug wurde ein Diamantseil mit 40 m Länge und 40
Röllchen per Meter der Fa. DIA-G Kiel ausgewählt.
Umlenkrollen von Oben, auf der Zugseite
Der
Seilsägeautomat wurde in der Mitte der abzubrechenden Flächen
auf dem Gerüst positioniert. Das Hydraulikaggregat eine
Gerüstlage darunter. Neben den in die Wand eingelassenen
Seilrollen kamen 2 Doppelgelenkrollenhalter zum Einsatz, welche in der
eigenen Werkstatt gebaut wurden, und als Besonderheit einen 15 mm
breiten Schlitz aufwiesen, um das Diamantseil auch im geschlossenen
Zustand in den Rollenhalter einzufädeln. Begonnen wurde mit dem
linken Drittel der Fassade. Zuerst wurden von unten nach oben
geschnitten, und jede freigeschnittene Einzelplatte, welche an einem
Elektrokettenzug mit einer Tragkraft von einer Tonne, angehängt
waren, abgelassen und in einen Container entsorgt.
J. Draeger & Co. Bauleitung
18 November, 2002
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