Abbruch eines zweigeschossigen Bürogebäudes 

Bonn Center
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Im März 1996 erhielt die Firma DAW Lönnecke GmbH & Co. aus Ritterhude den Auftrag zum Abbruch eines zweigeschossigen Bürogebäudes mit Ladenpassage, das zum Bonn- Center gehörte. Durch den Wechsel des Hauptstadtsitzes von Bonn nach Berlin sollten die leerstehenden Bürokapazitäten in eine attraktive Gartenanlage umgewandelt werden, um so den Gesamteindruck und das Erscheinungsbild des Bonn- Centers zu verbessern. 

Seilsäge schneidet Überzüge von 1,0 m dicke bündig über der DeckeDa eine solch große Baumaßnahme nur schwer von einem einzelnen Unternehmen aus der Bohr- und Sägebranche durchzuführen ist, wenn die übrigen Auftraggeber nicht vernachlässigt werden sollen, wurde - wie in der Vergangenheit schon häufiger erfolgreich praktiziert - eine Zusammenarbeit zwischen den Firmen DAW Lönnecke GmbH & Co. und J. Draeger & Co. vereinbart. 
Überzug wird mit einem Mobilkran demontiertDie Durchführung der Arbeiten mußten unter laufendem Betrieb einer Tiefgarage, dem Theater Panteon und dem Bundeskanzleramt erfolgen. Letzteres konnte sich nur schwer an den normalen Baustellenbetrieb, sprich Krach, gewöhnen. Aber mit “Ohr-o-pax” im Ohr oder in der Tasche, konnte selbst der Bundeskanzler weiterarbeiten, ohne daß die Regierungsarbeit gelitten hätte. 

Ausbauen von geschittenen Deckenplatten d=22 cmAus statischen Gründen konnte der Auftraggeber kein Abbruchverfahren mit Bagger und Schere/Meißel einsetzen. Die Deckenstützweiten waren so groß, daß das Abbruchkonzept zunächst eine Teilentlastung der Decken versah. Hierzu wurden die einzelnen Deckenfelder mit Schwerlastgerüsten abgefangen. Anschließend wurden die ca. 16,00 x 1,00 x 0,80 Meter großen Überzüge der Dachdecke horizontal und vertikal im Seilsägeverfahren in Blöcke von ca. 2,5 bis 7,0 to gesägt. 

Nachdem die Überzüge entfernt waren, wurden die Deckenfelder von ca. 16 x 8 x 0,30 Meter mit Fugenschneidern zersägt, für die Maßnahme wurde eigens ein großer Fugenschneider CF - 350 von der Firma Cedima angeschafft, mit dem problemlos der notwendige Arbeitsfortschritt erreicht wurde. 

Blick auf die bisher demontierten BetonmassenEine Besonderheit stellten die einzelnen Bauabschnitte aus der Zeit der Erstellung des Bürogebäudes dar. So wurden scheinbar zwischen den einzelnen Betonierabschnitten unterschiedliche Betonlieferanten eingesetzt, links- und rechtsrheinisch! 

So schnitten die Sägeblätter im Bereich des einen Abschnittes, nicht aber im nächsten. Dieses Problem war aber nach einer kurzen Anlaufphase behoben und die Arbeiten konnten kontinuierlich fortgeführt werden. 

Die nächsten Arbeitsschritte waren das Absägen der Stützen und Wandscheiben im 1. OG, sowie die Trennschnitte zur vorhandenen Bebauung. Im Gegensatz zur Dachdecke, wurden zunächst im 1. OG die einzelnen Felder der Geschoßdecke zwischen den Unterzügen herausgesägt und anschließend ebenfalls mit Wandsägen und Seilsägen die Unterzüge von ca. 16,00 x 0,80 x 0,60 Meter gesägt. Die Teilgewichte wurden durch die beiden Autokrane und deren Standorte vorgegeben, im Mittel wogen die Teile ca. 5 to. Die einzelnen Betonteile wurden sofort in Container geladen und vom Auftraggeber der Firma Max Jodeit & Sohn aus Bremen auf eine nahegelegene Deponie zur Wiederverwertung gebracht, zerkleinert und gebrochen. 

Im Untergeschoß wurden nur noch die Außenwände dem späteren Geländeverlauf angepaßt und entsprechend auf Höhe abgesägt.Wenn zwei Firmen einer Branche einen gemeinsamen Auftrag ausführen, kommen auch unterschiedliche Maschinen zum Einsatz, dies beeinträchtige den Arbeitsablauf aber überhaupt nicht und nach kurzer Einarbeitung konnten alle Mitarbeiter die jeweils unbekannten Maschinen bedienen. Frei nach dem Motto: Learning by doing. 

Die Gesamtbaumaßnahme dauerte 13 Wochen und wurde im Rahmen des Zeitplanes des Auftraggebers und zu dessen vollster Zufriedenheit ausgeführt. 

Auf dieser Baustelle wurden folgende Leistungen erbracht: 
 

Betonentsorgung 
2000m³
Seilsägeschnitte: 
136 m²
Wandsägeschnitte: 
176 m²
Fugenschneiden: 
620 m²
Kernbohrungen: Ø 50 mm: 
3525 cm
Kernbohrungen: Ø 100 mm: 
256 cm
Stahlschnitte: 
85500 cm²

Die Firmen J.Draeger & Co. HAMBURG und DAW Lönnecke RITTERHUDE arbeiten auch weiterhin sehr erfolgreich bei verschiedenen Projekten zusammen. 

Dipl. -Ing. Christian Lönnecke