Von
der Ostseetaucher GmbH erhielt die Firma Draeger & Co. den Auftrag,
in Stralsund in der Volkswerft Stahlbetonpfeiler zu kappen. An sich kein
großes Problem für ein Bohr- und Schneidunternehmen. Hier jedoch
handelt es sich um Stahlbetonpfeiler mit einem Durchmesser von 60
cm und auch Pfeiler mit
Kantenlängen von ca. 45 cm. Die Pfeiler
hatten zusätzlich noch einen Stahlblechmantel von 5 mm Dicke und bis
zu 8 Stück Bewehrungsstäbe von 32 mm Durchmesser. Die Schnittlinie
sollte teilweise 4,50 m und 8,50 m unterhalb der Wasserlinie sein. Schnell
sollte es auch sein.
Die Fa. Draeger baute für diesen Zweck eine
entsprechende Konsole. Diese Konsole sollte schnell und nur von einem Mann
unter Wasser montiert werden können. Da Bohren von Befestigungslöchern
zu lange gedauert hätte, hat sich die Fa. Draeger für Gurte entschieden.
An die Konsole wurden außerdem zwei Stück 360 Grad Doppelgelenkschwenkrollen
zur Seilführung aufgebaut. Die Arbeiten mußten von einem Schwimmponton
ausgeführt werden und es mußten zwei Spundwände überbrückt
werden.
Auf
der den Pfeilern zugewandten Spundwand sind einfache Umlenkrollen montiert
worden. Von diesen Rollen wurde das Diamantseil in die Tiefe zu den 360
Grad Doppelgelenkschwenkrollen geführt. Durch diese Rollenkombination
konnte das Seil problemlos von der Vertikalen in die Horizontale um die
Pfeiler und zurück gelegt werden. Das zunächst eingesetzte 22
kW Aggregat erwies sich als deutlich zu schwach. Es wurden gelegentlich
Seilgeschwindigkeiten von bis zum 6 m/s erreicht. Das Wasser verbrauchte
zuviel Energie, die Arbeitsgeschwindigkeit war entsprechend langsam.
So
kam eine 55 PS starke Steinbruch- Seilsäge zum Einsatz. Es mußten
armdicke Verlängerungskabel für einen Stromanschluß
von 125 Ampere zum Schwimmponton ausgelegt werden. Ein auf einem weiteren
Schwimmponton stehender 70 Tonnen Mobilkran hob die Maschine auf das zuvor
ausgelegte Schienensystem. Nach dem Aufspannen des Diamantseiles konnte
es nun losgehen.
Mit einer sagenhaften Durchzugskraft legte das
Gerät nun los. Die Nenndrehzahl der Seilsäge war kaum erreicht,
da war so ein Betonpfeiler auch schon abgeräumt. Auf diese Art und
Weise konnten 12-14 Pfeiler in einer Tagschicht abgebaut werden. Das Rüsten
und Verhohlen des Pontons nahm die meiste Zeit in Anspruch.
Jeannot Draeger |